ausführlicher Lebenslauf

Die 20 Regeln des Karate-DO

Gichin Funakoshi (1868 - 1958)

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1868 im Bezirk Yamakawa-chô, auf Okinawa, geboren
1880 Fängt bei Meister Azato Anko das Karate (Shuri-te) Training an. Das Training muß nachts stattfinden, da es zu dieser Zeit noch verboten ist Karate zu üben. Das Training besteht nur aus der Wiederholung der Kata (Kata-geiko).
1888 Prüfung zum Hilfslehrer an der Schule in Shuri
1891 Versetzung nach Naha. Beförderung zum Hauptschullehrer. Beginn des Trainings bei den Meistern Higashionna und Aragaki und in Shuri mit Kiyuna und Matsumura (Tomari-te)
1901 Leitet Karatedemonstration anläßlich eines Besuches des Schulkommissars der japanischen Provinz Kagoshima. Der Bericht des Schulkommissars veranlasst das Kultusministerium in Tokio, Karate als Teil des Lehrplanes in den Okinawanischen Schulen einzuführen. Daraufhin gründet Meister Itosu die Pinan-Kata.
1910 Mit einer Demonstrationsgruppe, zu der die Meister Motobu, Mabuni, Kyan, Ishikawa, Gusukuma, und Tokumura gehörten, zieht er durch Okinawa.
1920 Der Versuch von Meister Yabu Norimichi, das Karate in den USA einzuführen schlägt fehl.
1921 Vorführung zu Ehren des japanischen Erbprinzen Hirohito in Okinawa. Einladung an den Okinawa-Shôbukai (okinawanische Kampfkunstorganisation) um das Karate in Tôkyô auf einer großen Kampfkunstdemonstration vorzustellen. Bei dieser einwöchigen Demonstration lernt Funakoshi Kanô Jigorô kennen. Er lädt Meister Funakoshi in den Kodôkan ein, um sein Karate näher zu erläutern. Die Demonstration findet vor 250 Menschen statt. Meister Funakoshi demonstriert die Kata Kûshankû, Gima zeigt die Naihanchi-Kata, zusammen zeigen sie einige technische Anwendungen des Karate. Unterstützung des Karate vor allem durch Kanô Jigorô, den Judô Begründer, Nakayama Hiromachi, den berühmte Kendô-Meister, Yashiro Yakuro, den Vizeadmiral der japanischen Flotte, und den Baron Shimpei. Funakoshi bleibt trotz der schlechten Bedingungen in Japan.
1922 Erster Unterricht von wenigen Schülern. Das Training findet im Leseraum einer Herberge statt (20 Tatami) und wird ohne Karateanzüge durchgeführt. Sein erstes Buch, "Ryukyu Kempô Karate", erscheint.
1923 Konishi Yasuhiro (1893-1983) beginnt mit dem Karatetraining
1924 Der erste Karate Club Tokios an der Keio-Universität wird gegründet.
1926 Gründung des Karate Clubs an der Ichiko Universität.
1927 Weitere Karate Clubs in den Universitäten Takushoku, Waseda, Hosei, Meiji, Nihon, Shôdai, der medizinischen Hochschule, der kaiserlichen Universität (Todai), der Wirtschaftshochschule und der Landwirtschaftshochschule. Durch die steigende Zahl der Schüler verbessert sich Funakoshis finanzielle Lage und er kann nach Jahren der Entbehrung in eine eigene Wohnung ziehen
1935 Sein nächstes Buch, "Karate-dô Kyohan", wird veröffentlicht.
1945 Das Shôtôkan-Dôjô wird durch Bomben im zweiten Weltkrieg zerstört. Funakoshis Sohn Yoshitaka stirbt an Tuberkulose. Nach dem Umzug nach Kyûshû (Okinava) lebt er mit seiner Frau in großer Armut.
1947 Funakoshis Frau stirbt. Er zieht nach Tokio um und lebt dort sehr zurückgezogen.
1948 Erneuter Unterricht an den Universitäten Keiô und Waseda. Nur sehr weniger nehmen am Unterricht teil. Die jungen Karateka wollen nicht von einem 80jährigen Lehrer lernen, der nur Kata unterrichtet. Oshima Tsutomu muss den Übenden sagen, dass sie ihre Graduierungen nicht absolvieren dürfen, wenn sie nicht an Funakoshi Senseis Unterricht teilnehmen. So gehen sie widerstrebend hin. Diese Handlungsweise ist notwendig, denn jene Gruppe ist eine der wenigen Lichtblicke in Meister Funakoshis Woche
1949 Nakayama Masatoshi gründet die JKA, um Karate-dô als Wettbewerbssport zu verbreiten. Meister Funakoshi verweigert seine Zustimmung.
1950 Meister Funakoshi wird ohne seine Zustimmung zum Ehrenausbilder der JKA ernannt.
1954 In Tôkyô findet eine große Demonstration des Budô statt mit Budô-Größen wie Mifune (Jûdô), Nakayama (Kendô) - und Funakoshi (Karate) (86 Jahre). Der Übungsleiter Egami Shigeru, wird von Funakoshi beauftragt, die Kampfkunst in seinem Namen weiterzuführen.
1955 Masatoshi Nakayama übernimmt die Leitung der JKA
1957 26.04 im Alter von 88 Jahren stirbt Gichin Funakoshi.
1957 Der erste offizielle Wettkampf wird ausgetragen. Hirokazu Kanazawa ist der Gewinner.
1958 Die zweite Ausgabe von "Karate-dô Kyohan" wird veröffentlicht. Wegen Funakoshis fortgeschrittenem Alter werden die Techniken in dieser Ausgabe von jüngeren Experten, hauptsächlich von Egami Shigeru, demonstriert. Der Text stammt jedoch zweifellos von Meister Funakoshi.
   
Die 20 Regeln des Karate-Do
  • Karate Do beginnt mit Respekt und endet mit Respekt
    karate wa rei ni hajimari rei ni owaru koto
 
  • Im Karate gibt es keinen Ersten Angriff
    karate ni sente nashi
 
  • Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit
    karate wa gi no tasuke
 
  • Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen
    mazu jiko o shire shikoshite hoka o shire
 
  • Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik
    gijutsu yori shinjutsu
 
  • Lerne deinen Geist zu kontrollieren und befreie ihn dann
    kokoro wa hanatan koto o yosu
 
  • Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit
    wazawai wa ketai ni shozu
 
  • Denke nicht, das Karate nur im Dojo stattfindet
    dojo no mi no karate to omou na
 
  • Karate üben heißt, ein Leben lang arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen
    karate no shugyo wa issho dearu
 
  • Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen
    arayuru mono o karate kasase soko ni myomi ari
 
  • Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst
    karate wa yu no gotoku taezu netsu o ataezareba moto no mizu ni kaeru
 
  • Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert
    katsu kangae wa motsu na, makenu kangae wa hitsuyo
 
  • Wandle dich abhängig vom Gegner
    teki ni yotte tenka seyo
 
  • Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und des Nicht-Treffens ab
    ikusa wa kyojitsu no soju ikan ni ari
 
  • Stelle dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor
    hito no teashi o ken to omoe
 
  • Wenn man das Tor zur Jugend verläßt, hat man viele Gegner
    danshimon o izureba hyakuman no teki ari
 
  • Die Haltung des Anfängers muß frei sein von eigenen Urteilen, damit er später ein natürliches Verständnis gewinnt
    kamae wa shoshinsha ni, ato wa shizentai
 
  • Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil
    kata wa tadashiku, jissen wa betsu mono
 
  • Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung
    chikara no kyojaku, karada no shinshuku, waza no kankyu o wasuru na
 
  • Denke immer nach, und versuche dich ständig an Neuem
    tsune ni shinen kofu seyo